Friseurmeisterprüfung in Magdeburg: Fachlich stark, menschlich fair
Bei der Friseurmeisterprüfung in Magdeburg geht es um weit mehr als handwerkliche Technik. Gefragt sind Präzision, Kreativität, Beratungskompetenz und ein professioneller Umgang mit Menschen. Die seit 2025 amtierende Prüfungskommission der Handwerkskammer Magdeburg bewertet die Leistungen der angehenden Friseurmeisterinnen und Friseurmeister fachlich anspruchsvoll, fair und auf Augenhöhe.
Fachlich prüfen und menschlich begleiten
Die Kommission bewertet die Prüfungsleistungen der angehenden Friseurmeisterinnen und Friseurmeister. Dafür wird ein Paar für einen selbst gewählten Anlass komplett gestylt – von der Frisur bis zum Make-up. Hinzu kommen fünf Situationsaufgaben: Dauerwelle, Herren-Haarschnitt, Damen-Haarschnitt, Hochsteckfrisur und kosmetische Behandlung. Für die Mitglieder der Kommission ist klar: Eine gute Prüfung muss Leistung sichtbar machen, darf die Menschen dahinter aber nicht aus dem Blick verlieren.
Die Mitglieder wurden gezielt aus Ausbildungsbetrieben angesprochen, die seit Jahren eng mit dem Berufsbildungszentrum zusammenarbeiten.
vl.n.r.: Ramon Techau, Daniel Techau, Monique Zirkler, Simone Fechtner, Tim Allritz, Mathias Kuhrt, Dagmar Friedel.
Ich freue mich auf die Zusammenarbeit. Das Menschliche passt einfach. Das sind super Salons, die in ihr Handwerk verliebt sind, die voll in Führungskräfte und in Ausbildung investieren.
Simone Fechtner, Lehrausbilderin im Friseurhandwerk im Berufsbildungszentrum der Handwerkskammer Magdeburg
Wie sich diese Haltung in der Prüfungssituation auswirkt, zeigen die Erfahrungen der Abschlussklasse 2025. Cindy aus der Abschlussklasse 2025 erinnert sich an „eine lockere Atmosphäre“. Die Prüfer seien ihr auf Augenhöhe begegnet. Aram berichtet:
Ich war anfangs sehr nervös, sie haben mich beruhigt und mir gesagt, ich soll tief durchatmen. Das war menschlich echt top.
Aram, ehemaliger Meisterschüler im Friseurhandwerk, Abschlussklasse 2025
Diese Haltung ist kein Zufall. Eine Meisterprüfung ist für alle Beteiligten ein Ausnahmezustand. Gerade deshalb will die Kommission nicht nur korrekt bewerten, sondern auch fair und respektvoll auftreten. Schließlich, so der Tenor, waren auch die Prüferinnen und Prüfer selbst einmal in genau dieser Situation.
Beratung soll künftig stärker in den Fokus rücken
Zugleich schaut das Gremium nach vorn. Für die Meisterprüfung 2027 ist bereits eine Änderung geplant: Die kosmetische Behandlung soll als Situationsaufgabe entfallen. Stattdessen soll ein Beratungsgespräch Teil der Prüfung werden. Dahinter steckt ein modernes Berufsverständnis. Wer heute Friseurmeister ist, schneidet und stylt nicht nur – er analysiert, berät und führt. Farbtyp, Hauttyp, Haar- und Kopfhautanalyse, Persönlichkeit und Gesprächsführung gehören längst zum beruflichen Kern.
Oder, wie es in der Kommission heißt: Ein Friseurmeister ist „wie ein Arzt – nur für Haut und Haare“. In einer schnelllebigen Zeit, in der oft nur noch der spontane Wunsch des Kunden erfüllt wird, will die aktuelle Prüfungskommission das professionelle Selbstverständnis stärken: kompetent beraten, Orientierung geben und den eigenen fachlichen Anspruch vertreten.
Für Dagmar Friedel als Vorsitzende und ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter ist klar: Die Kommission steht für Zusammenhalt, Austausch und frische Ideen. Oder, wie Prüfer Matthias Kurt sagt: „Ich habe Bock, hier frischen Wind reinzubringen.“ Und Kathrin Willke bringt auf den Punkt, worum es im Kern geht: „Ich möchte den besten Lehrling ausbilden.“
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