Kamila Kepinska Uhlig hat mit 38 Jahren Ihren Friseursalon „Kamm 13“ im August 2025 in Magdeburg eröffnet.
Die Gründerstory von Kamila Kepinska
Kamila Kepinska Uhlig hat mit 38 Jahren Ihren Friseursalon „Kamm 13“ im August 2025 in Magdeburg eröffnet.
Gründerstory im Video-Format
Interview mit Kamila Kepinska Uhlig
Was haben Sie erlebt, bis Sie Friseurmeisterin geworden sind?
Geboren wurde ich in Danzig, aber durch die politischen Unruhen in Polen sind meine Eltern mit mir bereits mit 2 ½ Jahren als politische Flüchtlinge nach Deutschland gezogen. Meine Mama hatte auch deutsche Wurzeln. Zuerst ging es nach Bremerhaven und danach nach Bremen, weil mein Papa dort einen Job gefunden hatte. Dort bin ich auch aufgewachsen und meine Mama war als Friseurin tätig.
Meine Mama war mein Vorbild. Sie wollte für sich und unsere Familie etwas in Deutschland aufbauen. Deshalb absolvierte sie in Bremen die Meisterschule in Abendkursen und wollte danach einen Friseurbetrieb mit mehreren Angestellten übernehmen. Und das schaffte sie auch.
So selbstbestimmt wie sie wollte ich eigentlich auch schon immer sein. Nach 12 Jahren hatte ich meine Schullaufbahn an den Nagel gehangen. Das war nichts mehr für mich. Zuerst hatte ich mir – typisch jugendlich – in den Kopf gesetzt, Erzieherin zu werden. Also erstmal eine ganz andere Richtung zu probieren. Letztendlich habe ich aber doch eine Friseurausbildung begonnen und diese auch bei meiner Mama im Salon absolviert.
Wie war Ihr Werdegang zum Meister?
Nach meiner Gesellenprüfung habe ich mich recht schnell dazu entschieden, dass ich meinen Meister noch machen möchte. Die Meisterausbildung habe ich in Vollzeit gleich noch drangehangen und 2013 in Bremen abgeschlossen. Danach hatte ich den Drang, erstmal raus aus allem zu sein. Für neun Monate war ich in der Welt unterwegs.
Nach meiner Rückkehr habe ich bis Ende 2024 in Mamas sehr gut laufendem Friseursalon in der Bremer Innenstadt gearbeitet – eigentlich ein beruflicher Jackpot.
Aber dann habe ich meinen heutigen Partner kennen und lieben gelernt. Ein echter Magdeburger, der aus seiner Stadt einfach nicht wegzubekommen war. Das hieß: 10 Jahre Fernbeziehung. Das hat mir dann gereicht. Also bin ich letztendlich der Liebe wegen nach Magdeburg gezogen.
Und mit dieser Entscheidung habe ich mich wirklich sehr schwergetan. Es brauchte von mir viel Mut und Eigenüberzeugung, um den gut laufenden Salon meiner Mama zurückzulassen. Hier war nämlich die Übernahme eigentlich schon geplant und auch alles bereits in trockenen Tüchern. Trotzdem bin ich das Risiko eingegangen. Wir haben dann zusammen nach Eigentum geguckt und eine Immobilie in Magdeburg gefunden.
Wann haben Sie sich entschlossen einen neuen Betrieb zu gründen?
Der Wunsch nach Selbstverwirklichung war bei mir einfach da. Ich wollte selbstständig als Friseurmeisterin arbeiten und leben. Da wir sowieso neu gebaut haben, haben wir uns gedacht: „Okay, wir wagen es!“ und planen gleich einen Anbau, in dem das Friseurstudio Platz findet. So kam es jetzt zu diesem Salon.
Haben Sie sich Unterstützung geholt?
Ja, beim Erstellen des Businessplans, der Ideenfindung meiner Marke und bei den ganzen bürokratischen Dingen hat mich die Handwerkskammer Magdeburg wirklich gut unterstützt.
Ich wurde Schritt für Schritt im Beantragungschaos mitgenommen und konnte dadurch alles richtig und fristgerecht vorlegen. Da den Durchblick zu gewinnen, hätte mir sonst sehr viel Energie gekostet, die mir an anderer Stelle wieder gefehlt hätte.
Was mussten Sie sich noch aneignen?
Das Handwerkliche sitzt ja nach jahrelanger Berufserfahrung, aber da gab es noch unheimlich viel Drumherum. Ich habe mich mit einem digitalen Steuerbüro und den Schnittstellen dazu auseinandersetzen müssen, eine Webseite mithilfe eines Baukastenprinzips selbst gebaut und eigene Flyer erstellt. Dann muss man sich natürlich mit der Einrichtung beschäftigen, eine Lichtplanung machen – also es war schon viel, womit man sonst als angestellte Friseurin nicht in Berührung kommen würde.
In der Meisterschule lernt man natürlich einiges, wenn man selbstständig arbeiten möchte, aber die war ja in meinem Fall auch schon 12 Jahre her. Mit diesen ganzen digitalen Dingen habe ich mich jetzt zum ersten Mal beschäftigen müssen. Hier habe ich tatsächlich auch KI genutzt – damit habe ich die Einrichtung und die Farben geplant. Das hat mir sehr geholfen.
Wie soll es weitergehen?
Ich möchte einen rentablen Salon führen, denn natürlich muss ich davon leben können.
Ich habe bereits während der Einrichtungsplanung daran gedacht, mehr Arbeitsplätze einzurichten, damit ich später auch noch Angestellte dazunehmen kann.
KAMM13
Inhaberin: Kamila Kepinska-Uhlig
Kiefernweg 13, 39120 Magdeburg Deutschland
Tel.: 017661053509
E-Mail: info@KAMM13.de
Webseite: www.kamm13.de
Ansprechperson:
Referentin für Marketing
Tel. 0391 6268-397
Fax 0391 6268-110